Gutshaus in Dahlem
Cuno Hans von Wilmersdorffvon_Wilmersdorff_4_3.htmlshapeimage_3_link_0
  1. Die nachfolgenden Zitate stammen aus:

„Beiträge zur Baugeschichte Dahlems von L. Ulrich Stroschein:

Das Gutshaus

Diese Arbeit wurde im Frühjahr 1952 als Übungsarbeit im Seminar für Baugeschichte der Technischen Universität, Prof. Dr.-Ing. Ernst Heinrich, angefertigt. Es ergaben sich dabei einige Ergebnisse, die neu zu .sein scheinen und deshalb bekanntgemacht werden sollen.“

Der Gutshof Dahlem liegt östlich, der Kreuzung des alten Weges von Zehlendorf nach Schmargendorf (Thielallee-—Pacelliallee) und des von Grunewald nach Steglitz führenden Weges (jetzt Königin-Luise-Str.}, nördlich des in der Königin-Luise-Strasse  befindlichen Dorfangers.

Die Einfahrt zu dem im Grundriss rechteckigen Gutshof liegt westlich vom Herrenhaus an der Königin-Luise- Straße.
Die niedrigen Wirtschaftsgebäude sind locker auf der West-, Ost- und Nordseite des Hofes gruppiert und stammen augenscheinlich aus neuerer Zeit.

Zitat Seite 13:
„Das Herrenhaus ist mit seiner Hauptfront zum Hofe hin gerichtet. Aus der äußeren Erscheinung muß man zunächst schließen, daß es im 17. Jahrhundert erbaut wurde, und diese Annahme wird durch das über dem Hofportal des Herrenhauses angebrachte AlHanzwappen des Cuno Hans von Wilmersdorf! und seiner Gemahlin, Catharina Elisabeth von Hake mit der Jahreszahl 1680 noch bekräftigt.“

Zitat Seite 16:
„Vielleicht hat Cuno Hans von Wilmersdorff sich das Vaterhaus seiner Frau, Catharina Elisabeth von Hake, in Klein-Machnow zum Vorbild genommen und das dort Gesehene in die für seine Zeit moderne Form bringen lassen.“

Zitat Seite 18:
„Hier nun einige Daten über die einstigen Besitzer von Dahlem:

Im 13. Jahrhundert durch deutsche Kolonisten begründet, war „Dalm" 1321 im Besitz der Herren von Milow,
kam 1484 an die Herren von Spil (an beide erinnern heute Dahlemer Straßennamen);
als die Spil nach 1652 verarmten, verkauften sie auch Dahlem
1671* an Cuno Hans von Wilmersdorff, aus einem Geschlecht, das seit dem 14. Jhdt. in der Mark und seit dem 15. Jhdt. in Schmargendorf saß. Es gab seinen Namen der Westberliner Stadtgemeinde, die seit 1906 auch die drei Lilien des Wappens der Familie führt. Unter dem Großen Kurfürsten wurde Hans von Wilmerdorff Kommissar für den „Teltowischen Kreis", von 1701 ab sagte man „Landrat". Als solcher hat er in seinem Kreisgebiet tatkräftig gewirkt. Das Herrenhaus in Dahlem, das er völlig umbaute und 1680 bezog, ist (nach Spatz) wohl der einzige größere private Wohnhausbau, der sich auf dem Teltow aus der Zeit des Großen Kurfürsten erhalten hat.

Cuno Hans starb als 82jähriger 1720. Sein und seiner Gemahlin Grabstein befindet sich im Chor der St. Annenkirche rechts vom Altar.

Der letzte Herr von Wilmersdorff, Leopold Heinrich, der 1802 in Berlin starb, verkaufte 1799 seine beiden Dörfer Dahlem und Schmargendorf an den Grafen von Podewils auf Gusow...“


* B.T.: andere (unsichere) Quellen weisen auf die Übernahme 1661 hin